Brad Downey
Webpräsenz
Website: braddowney.com
Ausstellungen
Werke
Street Lamp Canopy
UAB Werke BRAD DOWNEY
Copyright: Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Celine Felber
Datierung
2026, in situ
Material
gebogener Stahl mit Lampenaufsätzen
Beschreibung
Der US-Künstler Brad Downey beschäftigt sich seit über zwei Jahrzehnten damit, die visuelle „Möblierung“ des öffentlichen Raums – Beschilderungen, Infrastrukturen, Werbung – in poetische und leise absurde Objekte zu überführen. Für die Urban Art Biennale 2026 richtet Downey seinen Blick auf einen unscheinbaren, fast vergessenen Ort am äußersten Zipfel abseits der Erzhalle, direkt an der Bahnstrecke gelegen, die seit 1860 die Städte Saarbrücken und Trier verbindet. Der Künstler las diesen Ort als möglichen Standort für einen alternativen Verweilort und transformierte eine einsame Bestandslaterne zu dessen tragendem Element. Die vervielfachten Arme der Laterne treten in direkten Dialog mit den Gegebenheiten vor Ort, winden sich über ein altes Metallschild, verbinden sich mit historischen Gleisen, die einst in die Hütte führten oder strecken sich in Richtung der beiden Treppenaufgänge, die diesen Ort heute zugänglich machen. Die Arbeit ist zugleich Skulptur und begehbare Architektur. Während des Eröffnungswochenendes der Biennale, als auf dem angrenzenden Dach der Erzhalle die Unlock Book Fair stattfand, wurde Downeys Ort als Open-Air-Bar aktiviert – eine temporäre Nutzung, die das Werk nicht nur zuließ, sondern aktiv mittrug.
in Kooperation mit Luka Murovec
Flat Glo
Brad Downey 1 KHV KOmpr
Copyright: Karl Heinrich Veith
Datierung
2024, in situ
Beschreibung
Nachdem das Völklinger Eisenwerk 1986 stillgelegt wurde, fiel das Kneipenquartier am Bahnhof dem Abriss zum Opfer. Zu den Schichtwechseln war es in früheren Zeiten hochfrequentiert gewesen, wenn die Arbeiter:innen noch ein schnelles Bier zu sich nahmen, bevor sie mit Bus oder Bahn nach Hause pendelten. Dem Abriss folgte der Bau eines gewaltigen Verbrauchermarktes, in den die Stadtpolitik große Hoffnungen setzte. Die Arbeit „Flat Glo“ des in Berlin lebenden US-Künstlers Brad Downey macht diese städtebauliche Maßnahme, zumindest für einen kurzen Augenblick, ungeschehen. Denn aus der richtigen Perspektive betrachtet, lässt seine Installation die Markthalle verschwinden. Die Motivation dahinter ist weniger ein nostalgischer Blick in vergangene, wirtschaftlich bessere Tage. Vielmehr wird hier die in stadtpolitischen Diskussionen häufig vertretene These aufgegriffen, dass das Globus-Gebäude eine Barriere zwischen der Stadt und dem ehemaligen Eisenwerk und heutigen Weltkulturerbe bilde. Diese Barriere trage nicht unwesentlich dazu bei, dass die zahlreichen internationalen Besucher:innen des Weltkulturerbes nur selten den Weg in die Innenstadt finden.
Daniel Bauer