In Zeiten omnipräsenter Verschwörungsnarrative kann ein oberflächlicher Blick auf den Film leicht dazu führen, das Werk als allzu banal abzutun – oder darin gar die Gefahr zu sehen, dass es von Leuten, die irrationale Theorien verbreiten, vereinnahmt wird. Sie leben sollte aber vor allem als clevere Satire auf die Kommerzialisierung unter Ronald Reagan gelesen werden. Carpenter zeigt überspitzt und doch treffend die Kluft zwischen Arm und Reich und den gesellschaftlichen Zerfall. Dass es dem Skript und der Inszenierung immer noch gelingt, wirkmächtig mit unseren Ängsten zu spielen, demonstriert nur, wie versiert der Autorenfilmer selbst in einem betont wilden und kruden B-Movie vorgeht. Der von Carpenter komponierte Score und die wunderbar albernen Sprüche haben Sie leben verdientermaßen zum Kultstatus verholfen: „I have come here to chew bubblegum and kick ass… and I’m all out of bubblegum!“ - (Kinozeit -