Die Völklinger Hütte in Rotes Licht getaucht
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Orchesterkonzert der HfM Saar im Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Gebläsehalle

Brahms Orchesterkonzert neues motiv 2000 px

Brahms Orchesterkonzert neues motiv 2000 px

Mit seinem einzigen Violinkonzert D-Dur op. 77, gespielt von der jungen Geigerin Maria Marica und der wegweisenden Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68 von Johannes Brahms gibt das Orchester der Hochschule für Musik unter der Leitung von Professor David Grimal sein Gastspiel im Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

Das Programm

Das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms, komponiert während seines Aufenthalts in Pörtschach am Wörthersee im Sommer 1878, war mit großer Erwartung verbunden. Brahms, damals 45 Jahre alt, hatte zuvor noch kein Violinkonzert verfasst und wollte nun beweisen, dass sein Werk neben den Werken von Beethoven und Mendelssohn-Bartholdy bestehen konnte.

Der Grundcharakter des Violinkonzerts von Johannes Brahms ist symphonisch. Hier sind Solist und Orchester gleichberechtigte Partner, die in engem Zusammenspiel die musikalische Substanz des Werks tragen. Anders als in vielen anderen Violinkonzerten, in denen der Solist im Vordergrund steht, zeichnet sich Brahms' Konzert durch eine enge Verflechtung von Geiger und Orchester aus. Diese besondere Balance verleiht dem Werk seine einzigartige Ausdruckskraft und Symphonieähnlichkeit. 

Brahms zögerte mehr als zwanzig Jahre, ein Violinkonzert für seinen Freund den Geiger Joseph Joachim zu schreiben, da er als Pianist mit der Geigentechnik nicht vertraut war.  Joachim, half ihm bei der Komposition mit spieltechnischen Hinweisen. Folgerichtig hat Brahms das Violinkonzert seinem Paten Joseph Joachim zugeeignet, der das Werk am 1. Januar 1879 in Leipzig als Solist unter der Leitung des Komponisten zur Uraufführung brachte.

Johannes Brahms' Sinfonie Nr. 1 c-moll ist ein bemerkenswertes Beispiel für unermüdlichen Einsatz und Geduld im Umgang mit dem Entstehen eines Werkes. Die Komposition dieses herausragenden Werks erstreckte sich über 20 Jahre, bevor sie 1876 in Karlsruhe uraufgeführt wurde. Brahms, der bereits von Robert Schumann als aufstrebendes Musikgenie anerkannt wurde, fühlte den Druck, in die Fußstapfen von Beethovens Neunter Sinfonie zu treten, die damals als Höhepunkt der Gattung galt.
Trotz anfänglicher Selbstzweifel und zahlreicher Versuche schuf Brahms schließlich ein monumentales Werk. Brahms' Kämpfe und Zweifel spiegeln sich in der düsteren Tonart c-Moll und den kompositorischen Herausforderungen wider. Dennoch lobten einige Zeitgenossen, darunter Hans von Bülow, die Sinfonie als "Beethovens Zehnte", während andere sie als zu ernst und schwer verständlich empfanden. Die Sinfonie Nr. 1 in c-moll von Johannes Brahms mag Beethovens Erbe fortführen; es ist jedoch ein eigenständiges Werk, das die Tradition der Symphonie in neue Richtungen lenkt.

Hochschulorchester der HfM Saar
Solistin: Maria Marica
Künstlerische Leitung: Professor David Grimal

Karten zu 10,- /6,-  €  sind im Onlineshop des Weltkulturerbes Völklinger Hütte und an der Abendkasse.