Milo
Expositions
Œuvres
Empreintes
UAB Werke MILO
Copyright: Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Celine Felber
Datation
2026, in situ
Matériau
Kohlestaub auf Papier, Video, Print auf Forex
Description
Der in Paris beheimatete Künstler Milo hat eine langfristige Praxis rund um die Idee einer urbanen Archäologie entwickelt: die sorgfältige Erfassung von Spuren, die anonyme Körper auf den Oberflächen der zeitgenössischen Stadt hinterlassen. Sein Projekt für die Urban Art Biennale 2026 basiert auf einer zunächst einfachen Geste. Milo entnahm ein Stück historischer Kohle aus dem Archiv der Völklinger Hütte und zermahlte es mithilfe einer Feile zu einem feinen schwarzen Pigment. Mit diesem machte er jene eigentlich unsichtbaren Abdrücke sichtbar, die Passant:innen auf Glasflächen in der Völklinger Innenstadt hinterlassen – wenn sie eine Hand auflegen, sich anlehnen oder die Stirn an eine Scheibe legen. Von solchen Oberflächen übertrug er zwanzig Spuren, verortete jede einzelne mittels GPS-Koordinaten im Stadtraum und setzte sie zu einem kollektiven Gedächtnis urbaner Präsenz zusammen. Präsentiert in jenem Eisenwerk, das einst die Kohle verbrauchte, mit der sie nun sichtbar gemacht werden, schließen die Abdrücke einen symbolischen Kreislauf: Was früher Motor der Produktion war, wird zur Sprache der Erinnerung. Die Gesten heutiger, anonymer Körper treten so in einen zeitübergreifenden Dialog mit denen der Arbeiter:innen, die diesen Ort geprägt haben.